Altersvorsorge produktiv anlegen

Geld muss arbeiten, so heißt es zumindest. Dass Geld selbst nicht arbeiten kann, ist wohl selbstverständlich. Die Botschaft heißt somit, Geld muss produktiv investiert werden, damit fürs Alter genügend Erträge erwirtschaftet werden. Doch genau dort existiert in Deutschland das Problem.

In unseren Breiten werden die Menschen per Gesetz dazu verdammt, ihr Vermögen und ihre private Vorsorge aufs Spiel zu setzen. Klingt unglaublich, ist aber leider tatsächlich so. Vater Staat hat per Gesetz definiert, welche Produktklassen als Altersvorsorgeprodukte vermittelt werden dürfen und welche nicht. Wer als Vermittler oder Anlageberater das nicht berücksichtigt, macht sich strafbar bzw. haftbar. Für die Altersvorsorge geeignet sind ausschließlich die sogenannten sicheren Produkte, also vordergründig Bank-, Bauspar- und Versicherungsangebote. Nicht geeignet sind per Gesetz Sachwerte, denn das sind Anlageformen, bei denen es keine nominale Garantie gibt. Nominal heißt, dass eine konkrete Summe am Ende zur Verfügung steht, eine Zahl, auf die man sich verlassen kann. Oder soll es eher heißen, mit der man am Ende verlassen ist?

Sämtliche hier betreffenden sicheren Angebote sind Geldwertprodukte. Darunter finden sich z. B. Lebensversicherungsprodukte wie Riester-Rente, Rürup-Rente oder die traditionellen und altbekannten Tarife. Diese Verträge sind sicher, denn es gibt eine Garantie. Aber was genau wird denn garantiert? Und wie werthaltig ist diese Garantie? Garantiert wird eine bestimmte Summe, die mit Hilfe einer geringen Verzinsung zustande kommt. Diese Summe ist lediglich eine Zahl auf einem Stück Papier und unterliegt der Inflation. Eine Summe, die heute für einen Kleinwagen reicht, hat in 30 Jahren vielleicht nur noch die Kaufkraft für einen kleinen Fernseher – sollte die zugrundeliegende Währung nicht vorher zusammenbrechen. Ist das denn tatsächlich etwas, was der privaten Vorsorge dienlich ist? Vermutlich kaum. Aber solche Angebote sind vom Gesetzgeber vorgegeben als Altersvorsorgeprodukte. Dass diese Produkte viel zu schlecht verzinst und zu teuer sind, scheint dabei völlig Nebensache zu sein. Hauptsache es gibt die Garantie. Damit ist die Politik glücklich und die Lobbyverbände der Finanzwirtschaft klopfen sich gegenseitig anerkennend auf die Schultern. Mission abgeschlossen!

Die Leidtragenden sind die Vermittler, die dazu genötigt werden, Falschberatungen zu halten, indem sie derartige Produkte als Altersvorsorge anbieten. Und Leidtragende sind diejenigen, die solche Verträge unterschreiben, weil sie darauf vertrauen, dass Vater Staat es schon gut mit ihnen meint – ein folgenschwerer Irrtum. Der arbeitet nämlich zuerst den Anbietern zu. Das wird beispielsweise auch deutlich im Paragrafen 314 Versicherungsaufsichtsgesetz. Dieser hat folgenden Inhalt:

314 VAG: Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen

(1) Ergibt sich bei der Prüfung der Geschäftsführung und der Vermögenslage eines Unternehmens, dass dieses für die Dauer nicht mehr imstande ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen, die Vermeidung des Insolvenzverfahrens aber zum Besten der Versicherten geboten erscheint, so kann die Aufsichtsbehörde das hierzu Erforderliche anordnen, auch die Vertreter des Unternehmens auffordern, binnen bestimmter Frist eine Änderung der Geschäftsgrundlagen oder sonst die Beseitigung der Mängel herbeizuführen. Alle Arten Zahlungen, besonders Versicherungsleistungen, Gewinnverteilungen und bei Lebensversicherungen der Rückkauf oder die Beleihung des Versicherungsscheins sowie Vorauszahlungen darauf, können zeitweilig verboten werden. Die Vorschriften der Insolvenzordnung zum Schutz von Zahlungs- sowie Wertpapierliefer- und -abrechnungssystemen sowie von dinglichen Sicherheiten der Zentralbanken und von Finanzsicherheiten finden entsprechend Anwendung.

(2) Unter der Voraussetzung in Absatz 1 Satz 1 kann die Aufsichtsbehörde, wenn nötig, die Verpflichtungen eines Lebensversicherungsunternehmens aus seinen Versicherungen dem Vermögensstand entsprechend herabsetzen. Dabei kann die Aufsichtsbehörde ungleichmäßig verfahren, wenn es besondere Umstände rechtfertigen, namentlich wenn bei mehreren Gruppen von Versicherungen die Notlage des Unternehmens mehr in einer als in einer anderen begründet ist. Bei der Herabsetzung werden, soweit Deckungsrückstellungen der einzelnen Versicherungsverträge bestehen, zunächst die Deckungsrückstellungen herabgesetzt und danach die Versicherungssummen neu festgestellt, sonst diese unmittelbar herabgesetzt. Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt.

(3) Die Maßnahmen nach den Absätzen 1 und 2 können auf eine selbständige Abteilung des Sicherungsvermögens (§ 66 Abs. 7) beschränkt werden.

Was heißt das dann genau im Klartext? Absatz 1 regelt den Fall, dass wenn die Vermögenslage eines Unternehmens so ist, dass es seinen Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Hier ist eindeutig nicht vom Deckungsstock die Rede, sondern von durch Misswirtschaft in Schieflage geratende Unternehmen. Geht es dem Versicherungsunternehmen also finanziell schlecht, kann die Aufsichtsbehörde entscheiden, dass dieser Versicherer keine Leistungen auszahlen muss. Und dabei handelt es sich um alle Leistungen, besonders Versicherungsleistungen. Dort geht es nicht nur um Kapitalauszahlungen aus kapitalbildenden Verträgen, also Ablaufleistungen, Renten etc. Es handelt sich dabei auch und insbesondere um Versicherungsleistungen wie bei Tod, Berufsunfähigkeit, etc..

Dieses Zahlungsverbot soll nur befristet gelten. Doch im Text findet man keine nähere Angabe darüber, wie lange dieses „zeitweise“ sein soll. Finden sich im Text Fristen oder maximale Zeiträume für das Zahlungsverbot? Wenn man den Gesetzestext liest, findet man dazu leider überhaupt nichts. Die Fristen sind also unbestimmt.

Absatz 2 ist noch spannender. Hier ist von der Herabsetzung von Leistungen entsprechend dem Vermögensstand des Versicherers die Rede. Wird also nicht ausreichend Gewinn erwirtschaftet, werden die vertraglich zugesicherten und durch den Versicherer kalkulierten Leistungen einfach herabgesetzt? Und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sind die Versicherten sogar verpflichtet, die Beiträge in vollem Umfang weiter zu leisten?

Wen soll dieses Gesetz also schützen? Die Rechte der Verbraucher werden hier eindeutig nicht geschützt. Die Verbraucher sind nicht dafür verantwortlich, wenn die Versicherung ihren Leistungen nicht nachkommen kann. Sie zahlen den Beitrag, den der Versicherer für sie kalkuliert hat und erhalten einen Vertrag, in dem diese Leistungen im entsprechenden Leistungsfall versprochen werden. Dieses Gesetz kann dem Versicherungskunden seine Leistung ganz oder teilweise kosten, trotzdem wird er dazu verpflichtet, seine Beiträge in voller Höhe weiter zu entrichten.

Warum will man die Institute mit solchen Maßnahmen schützen? Wie ist es möglich, dass Angebote solcher Anbieter als sicher und für die Altersvorsorge geeignet eingestuft werden? Aber das sollte sich jeder selbst beantworten.

Produktives Kapital

In den Vereinigten Staaten wird Altersvorsorge anders angegangen. Vielleicht lohnt ein Blick über den großen Teich. Bereits im Jahre 1999 hat der Autor Lester C. Thurow in seinem Buch „Die Reichtums-Pyramide“ dargestellt, wie sich die Assetklassen von Reichen und Armen unterscheiden (Tabelle).

So investieren die …

Anlagevermögen Vermögensanteil in % …“reichsten 10%“ …“nächsten 9%“ …“ärmsten 90%“
Firmenbeteiligungen 69,5 22,2 8,3
Wertpapiere 65,9 23,9 10,2
Treuhandvermögen 49,6 38,9 11,5
Aktien und Fonds 51,4 37,0 11,6
Immobilien 35,1 43,6 21,3
Bankeinlagen 29,4 32,9 37,7
Renten und Pensionen 17,7 44,6 37,7
Lebensversicherungen 16,4 28,5 55,1
Eigengenutztes Hauseigentum 7,1 24,6 67,1
Schulden 9,4 18,9 71,7

Quelle: Lester C. Thurow, Die Reichtums-Pyramide; Düsseldorf/Regensburg, 1999, S.203

Man kann anhand der Tabelle ein Muster im Anlageverhalten erkennen. Die Reichen gehen öffenbar gerne höhere Risiken ein als diejenigen, die weniger Geld haben. Wohlhabende sind häufiger in Anlageklassen investiert, die nahezu immer das Risiko eines Totalverlustes besitzen (Fonds, Aktien, Unternehmensbeteiligungen). Das scheint widersprüchlich, denn gerade vermögende möchten auf jeden Fall ihren Reichtum erhalten und besitzen deshalb öfter Verlustangst. Mit der Maßgabe des Kapitalerhalts setzen sie auf diese riskanteren Anlageformen, jedoch sehr breit gestreut und damit in der Gesamtstrategie auf sicheren Pfaden, obwohl jede einzelne Anlage betrachtet immer ein Totalverlustrisiko mit sich bringt. Am Ende sind all diese Anlageformen Produktivkapital, also Sachwerte.

Die Amerikaner sind also in Firmenbeteiligungen, Aktien und Fonds investiert. Unternehmensbeteiligungen erscheinen in deutschen Altersvorsorgestatistiken überhaupt nicht, denn für die deutsche Altersvorsorge sind sie tabu, da unternehmerische Beteiligungen immer das theoretische Risiko des Totalverlustes haben. Während in Deutschland Geldwertanlagen bei der Altersvorsorge ganz hoch in der Gunst der Anleger stehen, investieren die Amerikaner fürs Alter eher produktiv und hauptsächlich in Sachwerte.

Mit Stammtischschläue wird oft behauptet, dass die Vermögenden sich ruhig mal verspekulieren können. „Die haben ja genug!“ – hört man die Leute sagen. Jedoch trifft das Gegenteil zu. Und genau deswegen nutzen Reiche die Finanzberatung auf Honorarbasis, die sie in die Lege versetzt ihr Geld risikoarm und renditereich über die ganze Welt in verschiedenste Anlageklassen zu investieren.

Zugegebenermaßen sind wohlhabende beim Streuen ihrer Kapitalanlagen vergleichsweise bessergestellt als Arme. Wie soll man 5.000 Euro sinnvoll in acht Anlageklassen streuen? Weil deutsche Richter es so wollen, muss nun das vorhandene Vermögen erst in allgemeines und Altersvorsorgevermögen unterteilt werden. Aber wie soll man das machen? Kleinere Vermögen lassen sich so noch schlechter streuen und somit erhöht sich das Risiko des gesamten Portfolios. Damit erreichen die Richter und Verbraucherschützer genau das, was sie eigentlich vermeiden wollten.

Breit gestreut aber produktiv

Sehr gefragt sind zur Zeit Aktien, Unternehmensbeteiligungen, Edelmetalle oder Immobilien. Die letzten Krisen zeigen eindrucksvoll, dass die Besitzer von Immobilien und Edelmetallen Krisen besser überstanden haben als diejenigen, die ihr Geld in Geldwerten investiert hatten. Sehr sinnvoll ist, heutzutage sehr gut zu streuen, um mögliche Risiken zu minimieren.

Aktien und Unternehmensbeteiligungen sind ein Kapitel für sich. Hier sollte man sich gut auskennen, des hohen Risikos bewusst sein und keinesfalls emotional herangehen. Immobilien sollten eine sehr gute Lage haben und nicht zu geräumig sein, um eine leichte Vermietbarkeit sicherzustellen. Sie sollten an Standorten liegen, an denen eine hohe Wirtschaftskraft existiert, die für Menschen attraktiv ist und wo es Arbeitsplätze gibt. Bauland kann ebenfalls eine sinnvolle Vorsorge darstellen. Bebaubar bedeutet hier im Übrigen auch bestellbar für die Gewinnung landwirtschaftlicher Güter.

Einfacher in Sachen Streuung wird es mit Edelmetallen. Gold hat sich dabei bisher besonders bewährt. Man muss bei Edelmetallen jedoch nicht ausschließlich auf Gold bauen, sondern kann auch andere Metalle ins Portfolio aufnehmen, die durch ihre Eigenschaften eine hohe Nachfrage in der Wirtschaft besitzen. Rohstoffe sind knapp und somit sehr werthaltig.

Eine Kaufentscheidung bei Edelmetallinvestments ist übrigens einfach. Entscheidet man sich z.B. mit einem festen Monatsbeitrag regelmäßig zu investieren, ist die Frage nach dem besten Zeitpunkt nebensächlich. Durch den Einsatz eines festen, monatlichen Betrages kauft man zwangsläufig wirtschaftlich sinnvoll ein. Wenn die Preise steigen, erhält man automatisch weniger Edelmetall und wenn die Preise fallen, erhält man entsprechend mehr Edelmetall fürs Geld. Auf Dauer, kann man so einen beachtlichen Edelmetallbestand aufbauen.

Die SWM AG aus Liechtenstein bietet die physischen Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium zu Bestpreisen an und kann diesem Bedarf das passende Angebot entgegenbringen. Bestpreise schlagen sich hier darin nieder, dass immer zu Preisen großer Barren gekauft wird, Gold z.B. immer zum Kilopreis. Dadurch erhält der Anleger deutlich mehr Edelmetall fürs Geld.

Diese private Vorsorge sichert das Vermögen nachhaltig vor drohenden Finanzturbulenzen. Die Barren werden nur von LBMA zertifizierten Scheideanstalten gekauft, so dass an der Echtheit kein Zweifel bestehen kann. Damit können die Chancen unterschiedlicher Edelmetalle miteinander vereint werden. Das Wichtigste ist aber, dass diese Edelmetalle in physischer Form vorliegen. Die Barren werden in einem Zollfreilager in der Schweiz, außerhalb der EU gelagert. Dadurch erhält der Edelmetallkäufer einen Vorteil aufgrund eingesparter Mehrwertsteuer bei Silber, Platin und Palladium. Sinnvoller geht es nicht.

Bildrechte: Fotolia, Urheber: Thomas Reimer, ID: #210847341

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